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WWF:Vier neue Schutzgebieten für Schiffssicherheit Drucken E-Mail
Bremen/Stralsund, 01.12.2005: Die Internationale Schifffahrtsorganisation (IMO) hat heute die Ausweisung vier neuer so genannter „Besonders Empfindlicher Meeresgebiete“ (PSSA, Particularly Sensitive Sea Areas) beschlossen. Danach erhalten die Ostsee, das Galapagosarchipel, die Kanarischen Inseln und die Torresstrasse vor Australien diesen Schutzstatus. Der WWF begrüßt die Ausweisung und sieht damit seine jahrelangen Anstrengungen bestätigt. „Die Ausweisung unterstreicht die Bedeutung des Ökosystems Ostsee im Weltmaßstab. Sie schafft einen verbindlichen Rahmen für den Schiffsverkehr auf der Ostsee“, sagt Jochen Lamp, Leiter des WWF-Projektbüros Ostsee. Die Mitgliedsstaaten der Internationale Schifffahrtsorganisation tagen zurzeit auf ihrer 24ten Generalversammlung in London.

Die IMO-Entscheidung sorgt dafür, dass das PSSA Ostsee endgültig in Kraft tritt. Die bindenden Schutzvorschriften für alle Schiffe gelten ab Sommer 2006. Sie sollen die Gefährdung durch Schiffsunglücke und Ölkatastrophen reduzieren. Dazu zählt auch die Einrichtung von so genannten Verkehrstrennungsgebieten. So werden zum Beispiel nördlich von Rügen, wo sich die Verkehrsströme aus der Kadetrinne und dem Öresund treffen, zwei Fahrbahnen wie auf einer Autobahn eingerichtet. In zwei Vogelschutzgebieten südlich von Gotland ist zukünftig keine Großschifffahrt mehr erlaubt. Weitere Tabuzonen sollen folgen. Zudem empfiehlt die IMO eine Tiefwasserroute für den Großschiffsverkehr und Tanker zu den russischen Häfen.

Der WWF fordert außerdem Reedereien auf, der IMO-Empfehlung zur Lotsenpflicht zu folgen. Danach sollen große Schiffe und solche, die Gefahrgut transportieren, die schwierige Passage durch die Ostsee nur mit Lotsen absolvieren. Dänischen Behörden zufolge sind von Januar 2002 bis Juni 2005 im Großen Belt 22 Schiffe auf Grund gelaufen – allesamt ohne Lotsen an Bord. Nach Ansicht des WWF muss eine verbindliche Lotsenpflicht die freiwillige Empfehlung ersetzen.

Obwohl eines der kleinsten Meere der Welt, ist das Verkehrsaufkommen in der Ostsee eines der höchsten weltweit. Die Navigation in engen Fahrrinnen zwischen den vielen Inseln ist schwierig. Viele Naturschutzgebiete grenzen direkt an die viel befahrenen Routen. Ein Öltankerunfall würde katastrophale Folgen nach sich ziehen. WWF-Experte Lamp: „Hohe Sicherheitsstandards sind daher zwingend notwendig. Die Ausweisung als PSSA ist keine Garantie, jedoch ein wichtiger Schritt in Richtung mehr Sicherheit.“ Der WWF wird sich auch weiterhin für mehr Schiffssicherheit in der Ostsee einsetzen.

Weitere Informationen: http://www.wwf.de/presse/pressearchiv/artikel/02798/index.html

Kontakt:
Jochen Lamp, Leiter WWF-Projektbüro Ostsee, Tel.: 0162-29144-27;
Ralph Kampwirth, WWF-Pressestelle, Tel.: 0162-29144-73

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