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Kanadas Naturerbe im Schwitzkasten |
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Klimagipfel (CoP11/MoP1) in Montreal (28.11.-09.12.05)
Montreal, Berlin, 30.11.2005: Der Klimawandel bedroht Kanadas Naturerbe. Zu diesem Ergebnis kommt der WWF in einem heute beim Klimagipfel in Montreal vorgestellten Szenario. Schon bei einem mittleren Temperaturanstieg von zwei Grad müssen sich insbesondere die Waldwirtschaft und der Fischereisektor auf erhebliche Einbußen einstellen. Das Verbreitungsgebiet Kälte liebender Arten wie das des Atlantischen Lachses droht erheblich zu schrumpfen. Auch den gigantischen kanadischen Wäldern würden steigende Temperaturen enorm schaden. Der WWF verdeutlicht, dass sich der Bestand an kommerziell genutzten Bäumen, darunter Ahorn, erheblich reduzieren würde, weil sie nur in kalten Regionen gedeihen. Hinzu komme, dass mit der Zunahme von Baumschädlingen und heftigeren Waldbränden zu rechnen sei.
„Damit Kanadas Ahornwälder in Zukunft nicht nur auf der Landesflagge zu bewundern sind, muss der Ausstoß der Treibhausgase weltweit erheblich stärker und schneller gesenkt werden als bislang absehbar“, betont WWF-Klimaexperte Markus Niedermair. Beim Klimagipfel in Montreal müsse sichergestellt werden, dass der Klimaschutz nach 2012 nicht ins Stocken gerate.
Ein Anstieg der Durchschnittstemperatur in Kanada bliebe für die Meere nicht ohne Folgen. Kälte liebende Arten würden dem WWF-Report zufolge quasi heimatlos und müssten in kältere und tiefere Gewässer abtauchen. Durch den Klimawandel kommt für viele Bestände neben der Überfischung eine neue Bedrohung hinzu. In Kanada trifft es neben dem Lachs auch Muscheln wie den Tiefseecallop, der nicht nur bei kanadischen Feinschmeckern sehr beliebt ist. Zugleich bedeutet wärmeres Wasser eine Chance für einwandernde Arten wie etwa die Pazifischen Krabben. Diese so genannten invasiven Arten können sich ausbreiten und im schlimmsten Fall einheimische Tiere völlig verdrängen.
Ähnlich dramatisch sind die Auswirkungen in den kanadischen Wäldern, wenn die Temperaturen um zwei Grad klettert. Die WWF-Modelle zeigen, dass sich insbesondere Wälder mit Schwarzfichten, Bankskiefern oder Zuckerahorn, dessen Blatt die kanadische Fahne ziert, Richtung Norden verlagern würden. Die Folge wären eine geringere Ausbeute beim Holzeinschlag und ein Rückgang bei der Produktion des Ahornsirups.
„Um unwiederbringlichen Schaden für die einmalige kanadische Natur und die Wirtschaft des Landes abzuwenden, muss die Chance beim Klimagipfel genutzt werden, den internationalen Klimaschutz voranzubringen,“ betont Jennifer Morgen, Leiterin des internationalen WWF-Klimaprogramms. In Montreal müsse der formale Beschluss fallen, die offiziellen Verhandlungen über den Klimaschutz nach 2012 aufzunehmen. Dies sei ein erster Schritt, damit die globale Erwärmung bis zur Mitte des Jahrhunderts unter zwei Grad Celsius bleibe.
Der WWF-Report und eine Zusammenfassung kann ueber die Pressestelle des WWF in Frankurt, Tel. 069-79144 153 oder ueber das WWF- Buero auf dem Klimagipfel in Montreal bezogen werden. Kontakt: Jörn Ehlers, mobil: 0162 291 44 22;
Der Report steht zum Download über folgenden Link bereit: http://www.wwf.de/imperia/md/content/klima/9.pdf
Weitere Informationen: http://www.wwf.de/presse/pressearchiv/artikel/02792/
Kontakt: Jörn Ehlers, WWF Pressestelle, mobil: 0162 291 44 22
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